Stücke zu oft hören oder spielen - Musikgeschmack

Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass grandiose Klavierstücke an Wirkung verlieren, je öfter man sie hört oder spielt. Habe ich ein Stück mehr als drei Monate geübt, muss ich es zur Seite legen, weil ich es nicht mehr hören kann.

Das soll jedoch nicht heißen, dass ich dieses Stück nicht mehr mag. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Eigentlich mag der Mensch Gewohnheiten. Doch wenn es um das Hören oder Spielen von Klavierstücken geht, ist es jedoch anders. Je öfter man ein Stück hört oder spielt, desto weniger hat es an Beliebtheitsgrad.

Ein Beispiel: Die Pathétique von Ludwig van Beethoven. Das Stück spielt einfach jeder irgendwann während des Klavierunterrichts. Ich habe es schon mehrmals durchgehört und auch selbst gespielt. Heute fasse ich dieses Stück nicht mehr an, geschweige denn, dass ich es höre.

Es ist traurig, aber wahr. Je mehr klassische Musik man hört, desto mehr verändert sich der Musikgeschmack. Man möchte immer weitere neue, noch nicht gehörte Stücke erforschen. Wer aktiv Musik hört, hat einen entscheidenen Vorteil gegenüber den passiven Hörer. Dazu mehr in dem entsprechenden Artikel.

Doch nun zum eigentlichen Thema zurück: Wie umgeht man der Gefahr, dass einem ein Musikstück durch zu viel hören oder spielen nicht mehr gefällt?

Ich sehe das so. Wenn man ein Stück für mehrere Wochen oder gar Monate spielt, sollte man es weglegen. Nach mehreren Wochen oder Monaten sollte man es wieder so üben, als hätte man es das erste Mal vor sich.

Für einige mag der Begriff Hermeneutischer Zirkel interessant sein. Die Methode besteht darin, immer wieder ein Kunstwerk zu wiederholen. Man hat eine unendliche Breite an Interpretationsmöglichkeiten, wenn es um klassische Musik geht. Je mehr man die hermeneutische Methode anwendet, desto vorurteilsfreier wird der Kunstgegenstand.

Wir Musiker haben nun mal die Gefahr, dass durch zu viel Hören eine Art Gewohnheitseffekt auftritt. Wer diesen Gewohnheitseffekt durchbricht, ist ein wahrer Künstler. Auch – sagen wir mal – ein Vladimir Horowitz hatte nur ein enges Repertoire an Stücken, die er immer wieder und wieder spielte. Und man merkt ihm nicht an, dass er diese Stücke langweilig findet. In diesem Sinne soll gelten:

Spiele immer ein Klavierstück so, als ob du es (fertig geübt) zum ersten mal spielst.

17. Mai 2012

Für Elise am Klavier

“Für Elise” ist das wohl bekannteste geschriebene Stück für Klavier. Auf dem Video oben bricht das Publikum in Lachen aus, weil es schon merkwürdig ist, dass Valentina Lisitsa “Für Elise” als Zugabe spielt.

Doch obwohl dieses Stück so verpönt ist und gerade von Anfängern sehr geschätzt ist, wollen wir das Stück doch mal einer Analyse unterziehen.

Das Stück stammt von Ludwig van Beethoven. Es ist in der Form A–B–A–C–A und ist somit in etwa wie ein Rondo.

Für Elise

Durch den Leitton wirkt die Einführung, als hätte wäre sie in keiner bestimmten Tonart gefangen. Das macht dieses Stück auch so schwebend. Der ohwurmartige Charakter wird bestimmt durch gebrochene Akkorde und das wiederkehrende Thema mit dem abwechselnden Leitton.

Für Elise - B-Teil

Der B-Teil moduliert in die Tonart F-Dur und hat einen ganz anderen Charakter als das Thema. Es ist eher freudig, euphorisch. Die schnellen Zweiunddreißigstel modulieren nach C-Dur. Und schließlich wiederholt sich das A-Thema.

Für Elise - C-Teil

Der C-Teil ist schließlich wie eine Coda und hat einen Orgelpunkt a. In einem chromatischen Lauf mündet der C-Teil schließlich wieder in den A-Teil, der nicht besonders anders ist. Schließlich endet das Stück.

Wer das Stück spielen möchte, kann sich die Noten dazu hier als PDF-Datei herunterladen:

Das Stück ist jedoch bis auf den B-Teil nicht ganz so schwierig, sodass besonders Anfänger am Klavier die Chance haben, ein gerade zu berühmtes Stück zu spielen. Den Ohren von geübten Klaviermusikhörern wird dieses Stück mit Sicherheit nicht mehr gefallen. Sie haben es schon zu oft gehört.

17. Mai 2012

Klavier alleine lernen

Es gibt viele Leute, die gerne Klavier spielen würden und sich keinen Lehrer leisten können. Die Wahrheit ist: Autodidaktisch Klavier lernen ist schwierig. Sich alles alleine am Klavier selbst beibringen ist nahezu unmöglich. Nicht umsonst wurden Hochschulen und Konservatorien gebaut, die speziell Klavierlehrer ausbilden.

Doch wer sich selbst Klavier beibringen und das Klavier spielen nur als Hobby betreiben möchte, dem sei der Zugang zum Instrument nicht verwährt. Es gibt auch Pianisten, die es autodidaktisch geschafft haben, das Klavier zu beherrschen, die jedoch eine Seltenheit sind.

Fakt ist: Man kann vieles falsch machen, wenn man alleine übt. Ein Lehrer kann sofort agieren und beispielsweise die richtige Handhaltung zeigen. Oder er kann zeigen, wie eine bestimmte Bewegung ausgeführt wird. Oder er kann einen Fingersatz korrigieren. Er kann auch zeigen, wie etwas musikalisch gemeint ist.

Wer zuerst Noten lernen muss, kann sich hier auf der dieser Seite das Notenlernen selbst beibringen. Mit diesen Tipps zum Noten lernen klappt das Noten lernen noch einfacher.

Aber nun zum eigentlichen Thema zurück. Wie fängt man an? Fakt ist, man braucht Literatur. Man braucht Noten zum Üben. Die Russische Klavierschule, Band 1 ist hierbei nicht verkehrt. Noch besser ist es sich Die Russische Klavierschule, Band 1 mit CDs zu holen, weil man dann auch nachhören kann, wie die Stücke in diesem Heft klingen sollen.

Und hier ist schon der eigentliche Knackpunkt. Man kann nur mit Lehrer Fehler beim Klavier spielen erkennen und sie dann ausbessern. Lernt man autodidaktisch, eignet man sich Fehler an.

In diesem Sinne gebe ich folgenden Ratschlag: Man sollte sich zu aller Anfang einen Lehrer besorgen, der einem einige Stunden Unterricht gibt, wo man die Grundlagen des Klavierspielens lernt. Ist man schon weiter fortgeschritten, ist ein Lehrer nicht verkehrt, aber man kann dann auch alleine üben und sich selbst besser zuhören. Und man weiß, wie man zu üben hat. Je mehr Unterricht man nimmt, desto besser wird die Technik und die Erfahrung auf musikalischer Ebene. Wer nur vor sich hin klimpern möchte, dem sei es nicht verboten, das Klavier spielen autodidaktisch zu lernen.

16. Mai 2012

Tipps zum Noten lernen

Noten lernen erscheint vor allem für Anfänger ein unlösbares Rätsel zu sein. Dabei kann man es sich viel einfacher machen, wenn man folgende Tipps zu Nutze zieht.

Zur besseren visuellen Übung kann man sich Karteikärtchen machen. Jede Note erhält auf der Vorderseite ihren Buchstaben und auf der Rückseite die aufgemalte Note. So kann man sich einerseits abfragen, welche Note aufgezeichnet ist, andererseits kann man sich abfragen, bei welchem Buchstaben die Note an welche Stelle kommt.

Ein weiterer Tipp ist es, sich nur kleine und einfache Stücke vorzunehmen. Diese können zum Beispiel aus der Die Russischen Klavierschule sein.

Die Beschäftigung mit Harmonielehre ist auch ein guter Weg, um Noten zu lernen. Besonders die Intervalle zu verstehen und benennen können ist von großem Vorteil. Aber auch Akkorde, sowie Tonleitern können dabei ganz schön nützlich sein. Auch dieser Online-Kurs, der die Grundlagen der Noten bespricht, kann für den Anfang behilflich sein.

Flüssig Noten zu lesen, ist eine Sache des Trainings. Wer einfache Stücke lernt, sie vom Blatt zu spielen, ist ein großes Stück voraus. Man sollte das Noten lesen täglich mindestens für eine Viertel Stunde trainieren. Nur so lassen sich die Noten auch dauerhaft einprägen.

Ein guter Tipp ist es, sich einen Fixpunkt im Notenbild einzuprägen. Beispielsweise das C im Violinschlüssel. Von diesem Fixpunkt zählt man die anderen Noten ab. Man muss sich bloß die Reihenfolge der Notennamen einprägen: C-D-E-F-G-A-H und wieder C-D… Man kann sich auch die Notennamen in die über die Noten aufschreiben und dann später wegradieren, wenn man sie drauf hat.

Wer also keine Noten lesen kann, ist mit diesen Tipps gut bedient. Man sollte bloß nicht aufgeben und immer weiter probieren, bis man es richtig drauf hat.

14. Mai 2012

Macht Klavier spielen intelligent?

Wissenschaftler haben anscheinend herausgefunden, dass wer von Kindheit an ein Instrument gespielt hat, mehr graue Hirnmasse hat, als Nichtmusiker. Zudem soll das Musizieren außerordentliche Fähigkeiten wie Gehörsinn, Motorik und Körperwahrnehmung fördern. Praktischer Musikunterricht soll die Konzentrationsfähigkeit stärken und die Schulleistungen steigern. Zu diesem Thema ist auch der sogenannte Mozart-Effekt interessant:

Als Mozart-Effekt wird der Effekt bezeichnet, dass sich das räumliche Vorstellungsvermögen durch das Hören und Spielen klassischer Musik, insbesondere der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, verbessern soll.

Jedoch ist der Mozarteffekt nur kurzfristig vorhanden und beschränkt sich eher auf eine Stimmungshebung, die für kurze Zeit anhält. Und wer eine gehobene Stimmung hat, der ist auch leistungsfähiger.

Auf die Frage, ob Klavier spielen intelligent macht und wie sich Klavier spielen auf die Intelligenz auswirkt, kann keine eindeutige Antwort gegeben werden. Viele Studien weisen jedoch darauf hin, dass sich Musik positiv auf den Menschen auswirkt. Fest steht auch, dass die neuronalen Verbindungen, die für die Feinmotorik zuständig sind, durch das Klavier spielen größer sind, als bei Nicht-Pianisten. Und wer sich besser fühlt, kann auch mehr Leistung erbringen und somit auch seiner Intelligenz etwas Gutes tun.

13. Mai 2012

Tonartencharakteristik

Moll ist traurig. Dur ist fröhlich.Was macht den Unterschied aus, ob etwas in A-Dur oder in F-Dur komponiert wurde? Diese Fragen sind nicht neu. Damit beschäftigten sich Musikwissenschaftler, Komponisten und Musiker über lange Zeit. Und doch erlebt jeder von ihnen eine Tonart anders. Aber es gibt auch Überschneidungen.

So beschreiben viele A-Dur als eine brilliante, freudige  und helle Tonart. c-Moll wird als klagend, düster und pathetisch angesehen. Es sei dahingestellt, ob diese Beschreibung auf die Sonate Nr. 8 in c-Moll von Ludwig van Beethoven auf ihren Titel Grande Sonate Pathétique anspielt.

Streng physikalisch gesehen hat, sofern ein Instrument auf einen bestimmte Kammerton (440 Hz sind üblich) gestimmt wurde, haben die Töne jeder Tonart andere Frequenzen, sodass die Wahrnehmung ihres Charakters unterschiedlich vom menschlichen Ohr aufgenommen wird.

Der sogenannte Tritonus, die Mitte der Oktave zur Oktave, also Fis, scheint der höchste Punkt, die Spitze zu sein, die dann in den B-Tonarten wieder zu dem einfachen, ungeschminkten C-Dur herabsinkt.

Robert Schumann

Jede Tonart – wie bei einem Maler die Wahl seiner Farbe für den Pinsel – hinterlässt eine färbenden Klangeindruck. Ob es so etwas wie Tonartencharakteristik überhaupt gibt, darüber wird nicht selten Kritik ausgeübt.

Johann Sebastian Bach hat beispielsweise die Fuge in Cis-Dur im Wohltemperierten Klavier II von C-Dur nach Cis-Dur transponiert. Doch würde sie vom Charakter gleich klingen, wenn er sie in der Tonart C-Dur gelassen hätte? Würde die Elegie op.3 Nr. 1 von Sergej Rachmaninow in es-Moll, eine Tonart die gleich sechs b-Vorzeichen enthält, genauso düster und leidend zugleich wirken, wenn sie in e-Moll stehen würde?

13. Mai 2012

Klavier spielen im Flow

Flow (engl. „Fließen, Rinnen, Strömen“) bezeichnet das Gefühl der völligen Vertiefung und des Aufgehens in einer Tätigkeit, auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder Funktionslust.

Wikipedia.de

Wer schon einmal in einer Tätigkeit völlig aufgegangen ist, kennt dieses Gefühl. Es nennt sich Flow. Es ist das Gefühl der völligen Anstrengungslosigkeit, obwohl man sich auf die Tätigkeit voll konzentriert. Es ist, als hätte man alle Sicherheit der Welt und weiß ganz genau, was man gerade tut. Pianisten meistern in diesem Gefühl schwierige Passagen als wenn es das Leichteste der Welt für sie wäre. Und der Zuhörer bekommt dies mit.

10. Mai 2012

Wie lernt man eine Fuge?

Eine Fuge ist eine Musikform, die aus mehreren selbstständigen Stimmen besteht, die abwechselnd ein Musikthema verarbeiten. Fugen sind keineswegs einfach zu spielen.

Bei einer Fuge gilt es, die Stimmen zu differenzieren. Das heißt, dass eine Stimme wichtiger sein soll, als die anderen. Dies erreicht man durch Dynamik. Spielt man das Thema lauter als die Nebenstimmen, wird sich der Zuhörer daran erfreuen, das Thema zu erkennen.

Man kann folgende Tipps verwenden, um eine Fuge zu üben:

  1. Die Hände einzeln üben
  2. Jede Stimme einzeln üben
  3. Die verschiedenen Stimmen kombinieren (z. B. Stimme 1 + 3, Stimme 2 + 4, etc)
  4. Das Thema immer lauter spielen, als die Nebenstimmen
  5. Beim Zusammensetzen der Hände darauf achten, dass die Hände genauso spielen, wie sie vorher einzeln gespielt haben

Man kann sich auch das Thema, das ja sehr oft wiederholt wird, farblich markieren.

Eine wertvolle Internetseite ist /jan.ucc.nau.edu/~tas3/wtc.html. Auf dieser Seite findet man Analysen zu den verschiedenen Fugen Johann Sebastian Bachs.

Eine weitere Methode zum Üben besteht darin, eine Stimme zu spielen und die andere mitzusingen. Das ist nicht gerade einfach, aber dadurch können die einzelnen Stimmen noch weiter differenziert werden.

10. Mai 2012

Probleme mit Nachbarn beim Klavier spielen

Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, wird irgendwann zwangsläufig dem Problem konfrontiert sein, dass sich die Nachbarn beschweren. Probleme mit Nachbarn sind allerdings unangenehm und können eine Belastung für Betroffene sein. Umgekehrt ist es für Nachbarn sehr belastend, wenn sie durch das Klavier spielen gestört werden. Doch wie sieht es gesetzlich aus?

Gesetzlich ist es grundsätzlich erlaubt, zu musizieren. Dabei sollten jedoch die Ruhezeiten von 22:00 bis 7:00 Uhr und von 13:00 – 15:00 Uhr eingehalten werden. Es darf maximal 3 Stunden pro Tag musiziert werden. Es ist jedoch regional unterschiedlich. Klaviere haben jedoch den Nachteil, dass sie schalldurchdringend sind.

Um die Nachbarn zu schonen, sollte das Klavier möglichst nicht an der Wand stehen. Schallisolierende Gummifüße sorgen dafür, dass der Schall nicht über den Boden weitergeleitet wird.

Zuletzt sei noch die Silent-Schaltung erwähnt. Hierbei werden kleine Plättchen in das Klavier montiert und die Hämmer klopfen dann auf diese Plättchen und leiten die Impulse an die Silent-Schaltung weiter, die es ermöglicht, mit Kopfhörern zu üben.

Aber bevor man sich so etwas teures anschafft, sollte man am Besten mit den Nachbarn darüber sprechen, ob sich feste Übezeiten vereinbaren lassen.

9. Mai 2012

Mentales Üben ohne Klavier

Beim Klavier spielen gibt es vier Möglichkeiten zu üben. Die bekanntere Methode zu Üben ist diejenige “mit Noten” und “mit Klavier”. Auch bekannt ist “ohne Noten” und “mit Klavier”. Doch drehen wir den Spieß um, so erhalten wir “mit Noten” und “ohne Klavier”, sowie “ohne Noten” und “ohne Klavier”. Ohne Klavier üben, geht das? Wenn ja wie?

Es gibt die Annahme, dass Schwergewichtsportler ein Gewicht besser heben können, wenn sie ein Gewicht mental heben, also sich vorstellen, es zu heben und dann erst das Gewicht heben. Es gibt in der Vergangenheit tatsächlich Pianisten, die ein ganzes Stück während einer Zugfahrt erlernen und das nur durch mentales Üben. Tatsächlich findet das Üben nur im Kopf statt, denn nur dort verbinden sich die neuronalen Netze, sodass schwere motorische Handlungen ausgeführt werden können.

Wenn man mental üben will, darf man sich nicht überfordern. 10 Minuten sollten anfangs reichen. Man schaue sich in diesen zehn Minuten – ohne Klavier – die Noten des Stücks an. Hier kommt ein Schlüsselpunkt zum tragen, den nur richtige Musiker können. Und zwar das mentale Vorstellen der Melodie.

Geübte Musiker haben die Fähigkeit, eine Melodie vom Blatt innerlich zu hören. Sie können es, genauso wie Sie jetzt gerade den Text lesen, entziffern und in Gedanken abspielen. Versuchen Sie es mal. Greifen Sie sich eine einfache Melodie und versuchen Sie sich diese innerlich vorzustellen. Als Beispiel sei hier “Alle meine Entchen” genannt.

Schauen Sie sich diese Melodie an. Können Sie sich die Melodie mit dem Text innerlich vorstellen? Bei solchen einfachen Ohrwürmern fängt die musikalische Vorstellung an. Ist man darin geübt, kann man sich ganze Sonaten innerlich vorstellen.

Jetzt folgt der zweite Schritt: Das Übersetzen auf die Klaviatur. Stellen Sie sich die Töne von dieser Melodie auf der Klaviatur vor. Stellen Sie sich den Fingersatz vor, wie Sie es spielen würden. Stellen Sie sich auch vor, wie die Melodie klingen wird. Und stellen Sie sich vor, was Ihre Finger machen, wenn sie die Melodie spielen, welche Bewegung das Handgelenk, der Arm, der ganze Bewegungsapparat macht.

Rubinstein, ein berühmter Piainist, hatte die Fähigkeit, sich ganze Stücke mental vorzustellen, ohne die Stücke jemals auf Klavier geübt zu haben. Vielleicht haben Sie sich schon einmal dabei erwischt, wie Sie unbewusst mental üben. Ihr Finger bewegen sich, sie spielen einen bestimmten Teil eines Stücks vor sich hin und Sie denken sich dabei die Melodie. Das ist mentales Üben.

Wer sich mehr mit dem mentale Üben beschäftigen möchte, dem rate ich zu folgender Lektüre: Mentales Training für Musiker: Leichter lernen – sicherer auftreten

9. Mai 2012
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